Verschwendung erkennen
Wo entstehen Wartezeit, Suchzeit, Nacharbeit, unnötige Wege oder andere nicht wertschöpfende Tätigkeiten?
Lean Production · KMU & Mittelstand
Lean kann helfen, Verschwendung sichtbar zu machen, Abläufe zu stabilisieren und Probleme früher zu erkennen. Für kleinere produzierende Betriebe ist aber entscheidend, nicht das gesamte Methodensystem zu übernehmen.
Sinnvoll wird Lean erst dann, wenn ein konkretes betriebliches Problem gelöst werden soll.
Lean-Grundprinzipien
Viele Lean-Methoden lassen sich auf wenige grundlegende Fragen zurückführen.
Wo entstehen Wartezeit, Suchzeit, Nacharbeit, unnötige Wege oder andere nicht wertschöpfende Tätigkeiten?
Wiederkehrende Arbeit soll möglichst reproduzierbar und weniger abhängig von Improvisation ablaufen.
Abweichungen sollten früh erkennbar sein, statt erst bei Termin, Qualität oder Nachkalkulation aufzufallen.
Die Menschen im Prozess kennen viele Störungen, die in Kennzahlen oder Besprechungen nicht sichtbar werden.
Wo Lean im KMU unnötig kompliziert werden kann
Größere Unternehmen können eigene Lean-Strukturen aufbauen. In kleineren Betrieben müssen Methoden dagegen in den normalen Arbeitsalltag passen.
Wenn die Methode mehr Aufwand erzeugt als das Problem, wird Verbesserung selbst zum Overhead.
Kleine Betriebe können selten mehrere Monate eigene Teams ausschließlich für Verbesserungsprojekte freistellen.
5S, SMED oder Shopfloor Management helfen nur, wenn sie zu der tatsächlich relevanten Verlustquelle passen.
Welche Lean-Werkzeuge wofür gedacht sind
Die Auswahl sollte deshalb immer von der Ursache ausgehen.
Hilfreich, wenn Suchen, unklare Ablage oder schlecht organisierte Arbeitsplätze regelmäßig Zeit kosten.
Hilfreich, wenn Rüstzeit am tatsächlichen Engpass einen relevanten Anteil der verlorenen Maschinenzeit ausmacht.
Rüstzeiten & Engpass genauer ansehen →Hilfreich, wenn Aufträge lange warten, viele Schnittstellen durchlaufen oder Durchlaufzeiten schwer erklärbar sind.
Lieferverzug & Durchlaufzeit ansehen →Hilfreich, wenn Verfügbarkeit, Performance und Qualität einer Maschine getrennt betrachtet werden sollen.
OEE als Diagnosekennzahl verstehen →Hilfreich, wenn operative Abweichungen regelmäßig zu spät sichtbar werden und tägliche Steuerung fehlt.
Hilfreich, wenn Verbesserung nicht nur projektweise, sondern dauerhaft Teil des Arbeitsalltags werden soll.
Lean ist manchmal nur die zweite Frage
Wer bereits weiß, dass Kapazität, Liefertermine, Wirtschaftlichkeit oder eine Investitionsentscheidung das Problem ist, braucht nicht zuerst ein Lean-Programm.
Kapazität
Prüfen Sie zuerst, was die nutzbare Kapazität tatsächlich begrenzt.
Kapazität prüfen →Liefertermine
Dann sollte der reale Auftragsfluss untersucht werden.
Durchlaufzeit einordnen →Wirtschaftlichkeit
Dann ist die wirtschaftliche Verlustquelle wichtiger als das Lean-Label.
Prozessverluste prüfen →Investition
Dann sollte zuerst geprüft werden, welche Kapazität wirklich fehlt.
Investitionsentscheidung prüfen →Die praktische Konsequenz
Wenn Sie nur allgemein nach Lean Production suchen, beginnen Sie mit dem betrieblichen Problem. Dort lässt sich deutlich schneller erkennen, welche Methode überhaupt sinnvoll ist.